Plau am See Luftbild
Steinstrasse Plau am See
18. April 2026

4. Wirtschafts- und Tourismustreffen in Plau am See

Plau am See ist ein beliebter Tourismusort mitten im Land der 1.000 Seen – mit stabilen oder sogar steigenden Übernachtungszahlen in den vergangenen Jahren. Laut Auswertung für 2025 entwickelten sich die Gästezahlen jedoch zunehmend zurückhaltend, was sich in der Folge auf Umsätze in Gastronomie, Einzelhandel und weiteren Wirtschaftszweigen auswirkt.

Herausforderungen und Lösungsansätze

Wie lässt sich diese Entwicklung erklären und welche Maßnahmen sind nötig, um den Tourismusstandort langfristig zu stärken? Fragen, die Vertreter/innen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft beim 4. Wirtschafts- und Tourismustreffen am 10. März im „Haus des Gastes“ diskutierten. Im Mittelpunkt der von Bürgermeister Sven Hoffmeister moderierten Gespräche standen die aktuellen Rahmenbedingungen als Folge der angespannten Weltlage: steigende Energiepreise, knapper werdende öffentliche Haushalte und Kürzungen bei Förderprogrammen erschweren Investitionen. Hinzu kommen Fachkräftemangel, infrastrukturelle Engpässe – etwa bei der Mobilität – sowie der notwendige Ausbau und die Modernisierung touristischer Angebote.

Netzwerke als Schlüssel für die Zukunft

Wie lassen sich auch unter diesen schwierigen Umständen Wirtschaftskraft und Attraktivität der Region als Lebens- und Urlaubsort langfristig sichern? Die Antwort war eindeutig: durch den gezielten Ausbau und die Stärkung regionaler Netzwerke. Sie schaffen Synergien, ermöglichen die effiziente Nutzung von Ressourcen, bringen Projekte gemeinsam voran und setzen neue touristische Impulse. Netzwerken – darauf setzt Plau am See seit Jahren: Von Vereinsstammtischen über Kinderfeste und Sommerferienprogramme bis hin zu Jobbörsen und Wirtschaftstreffen schaffen Bürgermeister Sven Hoffmeister und Wirtschaftsförderin Corinna Thieme kontinuierlich Verbindungen, die die Stadt stetig voranbringen.

Plau hat Weichen gestellt

Plau bleibt auf Kurs, davon zeugen die vielen zurückliegenden und noch geplanten Projekte und Veranstaltungen.

Aktivitäten in 2025

• Kunstausstellung im Kino

• Zahlreiche innerstädtische Feste – darunter die Plauer Badewannenrallye

mit anschließender NDR-Sommerparty

• Kulturangebote der Burgfestspiele Plau am See

• Neue Freizeitangebote: Rollkunstbahn mit Kletterwand, Spielplätze (Klebe, Seelust, Appelburg, Kirchplatz), Beachvolleyball- und Handballplatz in Quetzin Infrastruktur- und Tourismusprojekte: Sanierung des Strandes in Appelburg, Zuwegung Metow, Testphase Verkehrskonzept Hubbrücke

• LEADER-Projekt Wasserturm (Förderbescheid liegt vor)

• Rückkehr der Alban’schen Dampfmaschine ins Heimatmuseum, die einen aufwendigen Umbau erforderlich machte

• Sanierung des Burgturms und neue Ausstellung zur Vor- und Frühgeschichte

• Sanierung des Burggeländes, die noch in diesem Jahr abgeschlossen wird

Ausblick auf 2026: Projekte in Planung

• Errichtung von E-Ladesäulen an sechs Standorten

• Einführung „Kurkarten-Self-Check-In“

• Erweiterte Kurkarten-Ermäßigungen (Burgfestspiele, Burgmuseum)

• Bau einer neuen Steganlage am Strandbad

• Weiterentwicklung von Social Media, Homepage und digitalem

Reiseführer

• Fortführung des Strategieprozesses

Netzwerken über Grenzen hinweg

Netzwerken funktioniert am besten, wenn möglichst viele Akteure ihre Stärken einbringen. Die hohe Teilnehmerzahl zeigte eindrucksvoll: Synergien und Kooperationen werden in der gesamten Region als entscheidender Vorteil erkannt. Aus Plau am See waren unter anderem Bürgermeister Sven Hoffmeister, Wirtschaftsförderin Corinna Thieme, Michael Wufka (Leiter der Tourist Info), Timo Weisbrich (Vorsitzender des Ausschusses für Tourismus, Wirtschaft und Gewerbe) sowie Ralf Koch (Leiter des Natur- und Sternenparks Nossentiner/ Schwinzer Heide) gekommen – begleitet von Unternehmer/innen und interessierten Bürger/innen. Zur Freude der Stadt waren zudem die Schauspieler der Burgfestspiele Plau am See und weitere hochrangige Gäste der Einladung gefolgt: Wolfgang Waldmüller, Christian Brade, Bürgermeisterin Astrid Becker aus Lübz, Bürgermeister Gustav Graf von Westarp aus Goldberg, Marcel Dierke von der Wirtschaftsförderung Südwestmecklenburg sowie weitere Vertreter/innen aus Tourismus, Politik, Verwaltung und Wirtschaft der Region.

Neue Impulse: Natur und Kultur

„Es ist erstaunlich, was die Zeit gerade mit uns macht – wie schnell sich etwas drehen kann und plötzlich wirtschaftliche Probleme entstehen, die uns alle betreffen“, konstatierte Timo Weisbrich. Umso wichtiger sei es, gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Gelungene Beispiele: Der Natur- und Sternenpark Nossentiner/Schwinzer Heide, vorgestellt von Ralf Koch. Das Projekt verbindet Natur- und Umweltschutz mit nachhaltigem Tourismus, macht den außergewöhnlich dunklen Nachthimmel erlebbar – durch Sternenführungen, Bildungsangebote und Veranstaltungen – und wurde kürzlich offiziell für nachhaltigen Tourismus zertifiziert. So soll spätestens 2027 auch der Sternenbeobachtungsplatz am Wasserturm in Plau am See eingeweiht werden. Der zertifizierte Sternenpark Nossentiner/ Schwinzer Heide schafft also für die umliegenden Orten neue Chancen, für Einwohner und für Gäste. Neben Naturerlebnissen ist auch ein lebendiges Kulturangebot ein zentraler Bestandteil für die touristische Attraktivität der Region. Die Burgfestspiele Plau am See, präsentiert von den Gründern Manuel Ettelt, Christian D. Trabert und Jacqueline Batzlaff ziehen mit Theater, Musical, Kabarett für Erwachsene und Kinder, „Kids on Stage“-Projekten und weiteren Veranstaltungen Besucher/innen aus der gesamten Region an. Sie sind ein nachhaltiger Mehrwert für die touristische Entwicklung und stärken die Strahlkraft von Stadt und Region.

Überregionale Verzahnung durch die Wirtschaftsförderung

Wie lassen sich solche Bausteine auf überregionaler Ebene verzahnen? Antworten auf diese Frage lieferte Marcel Dierke von der Wirtschaftsförderung Südwestmecklenburg: Die WiföG unterstützt Unternehmen, Kommunen und Gründer/innen umfassend von Ansiedlungsberatung über Standortmarketing und Fachkräftesicherung bis hin zu Bestandsentwicklung, strategischer Projektplanung, Innovationsförderung, Netzwerkarbeit und Gründungsberatung. Ziel ist die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen. Mehr Infos: www.wifog.de

Netzwerke für Synergien

Im Anschluss konnten bei Schnittchen und Getränken Netzwerke unmittelbar gelebt, Meinungen ausgetauscht, Ideen vertieft und Projekte weiterentwickelt werden.

Jutta Sippel