9. März 2026
Jobbörse bringt Zukunft ins Rollen
Schülerinnen und Schüler erleben Berufswelt hautnah im Speed-Dating-Format
26 regionale Unternehmen aus Handwerk, Pflege, Medizin, Gastronomie, Service, Verwaltung und Technik präsentierten sich am 27. Februar in der Turnhalle der Schule am Klüschenberg. Das Besondere an dieser ersten Plauer Jobbörse: Am Vormittag durchliefen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7 bis 10 das Speed-Dating-Format, am Nachmittag öffnete sich die Veranstaltung für alle Jobsuchenden – Erwachsene, aber auch Jugendliche, die ihre Gespräche vom Vormittag noch einmal gezielt vertiefen wollten.
Unter dem Motto „Ein Kontakt kann alles verändern“ entstand durch einheitlich ausgestattete, in U-Form angeordnete, Stationen mit Tisch, zwei Stühlen und Bannern ein strukturierter und zugleich einladender Begegnungsraum – die Grundlage für ein Konzept, das gezielt auf drei Schülergruppen zugeschnitten war und schnelle Orientierung, direkten Austausch sowie Gespräche auf Augenhöhe ermöglichte.
Nach der Begrüßung durch das Organisationsteam – Wirtschaftsförderin Corinna Thieme und IT-Koordinator Dave Fiegel – wurde der Auftakt mit einem Glockensignal eingeläutet. Dieses gab im weiteren Verlauf den Takt für die zeitlich abgestimmten Speed-Dating-Runden vor.
Begleitet wurden die rund 120 Schülerinnen und Schüler von Christian Jasper, AWT-Lehrer, und Gundula Menzel, Berufsorientierungsbeauftragte.
7. und 8. Klassen: Erste Einblicke
Den Auftakt machten die 7. und 8. Klassen. In kurzen Gesprächsrunden von jeweils drei Minuten traten je zwei Jugendliche mit allen anwesenden Unternehmen in den Austausch.
Ziel war es, erste Einblicke zu gewinnen und Anregungen für den Girls’ and Boys’ Day, den Praxislerntag oder ein Praktikum zu sammeln. Im Mittelpunkt standen Fragen wie: „Warum haben Sie diesen Beruf gewählt?“, „Welche Tätigkeiten umfasst er?“, „Wie sind die Arbeitszeiten?“ und „Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?“ Die Antworten spiegelten die Vielfalt der Branchen wider – wie die Erzieherinnen der Kita Bunte Stifte es so treffend auf den Punkt brachten: „Unsere Tätigkeit ist vielseitig, kreativ und zukunftsorientiert – denn Kinder sind die Zukunft.“
9. Klassen: Einzelgespräche für die Karriereplanung
Ab 9:30 Uhr übernahmen die Schüler:innen der 9. Klassen, die sich bereits konkret mit ihrer beruflichen Zukunft auseinandersetzten. Für sie stand die Suche nach einem Ausbildungsplatz bzw. die Planung ihrer künftigen Karriere sowie eines Ferienjobs im Mittelpunkt.
Im Speed-Dating-Modus von drei Minuten führten sie mit jedem Unternehmen Einzelgespräche. Innerhalb von 80 Minuten entstand so ein kompaktes und aussagekräftiges Bild möglicher Wege nach der Schule.
10. Klasse: Last Call auf dem Weg in die Ausbildung
Nach einer kurzen Frühstückspause – für einen kleinen Imbiss hatten Corinna Thieme und Stadtvertreterin Renate Kloth gesorgt – übernahmen die Zehntklässler von 11:00 Uhr bis 12:00 Uhr das Feld.
Für viele war dies der „Last Call“, um einen Ausbildungsplatz zu finden. Gut vorbereitet durch vorherige Recherche über den Jobfinder www.jobplauamsee.de konnten sie gezielt Gespräche führen und Kontakte vertiefen.
Mittagspause mit Bürgermeisterbesuch
In der Mittagspause nutzte auch Bürgermeister Sven Hoffmeister die Gelegenheit zu einem Rundgang durch die Turnhalle. Immer wieder blieb er stehen, hörte den Gesprächen zu und sprach mit Ausstellern sowie Schüler:innen über ihre Fragen und Pläne.
„Hier geht es um echte Begegnungen – nicht nur um den Austausch von Flyern“, betonte er. „Die Jugendlichen können im direkten Gespräch herausfinden, welche Berufe wirklich zu ihnen passen. Gleichzeitig erleben sie, wie engagiert und offen die Unternehmen auf sie eingehen. Hemmschwellen werden so gezielt abgebaut. Dieses Format unterstützt die berufliche Orientierung vor Ort auf sinnvolle Weise.“
Nachmittag: Offene Jobbörse für alle
Von 13:00 Uhr bis 16:00 Uhr öffnete sich die Jobbörse für alle Interessierten. Das strukturierte Speed-Dating ging in eine offene Runde über – für Jobsuchende und Schüler:innen, die die Gespräche vom Vormittag noch einmal vertiefen wollten.
Von Verwaltung bis Handwerk: Vielfalt erleben
Die Region hat viel zu bieten: Von der Stadt Plau am See, die Einblicke in ihre Ämter und aktuelle Stellenausschreibungen gab, über Pflege- und Gesundheitsdienste wie den Häuslichen Kranken- und Altenpflegedienst Heitmann/Poser, der das Gespräch mit einem interaktiven Pflege-Quiz eröffnete – besonders beliebt war der Anti-Stressball als Gewinn – bis hin zu Handwerksbetrieben, Gastronomiebetrieben, technischen Dienstleistern und naturverbundenen Berufen wie der Fischerei-Müritz Plau wurde eine einmalige Bandbreite abgebildet. „Wer bei uns arbeitet, hat automatisch mit Ökologie, Natur und Nachhaltigkeit zu tun“, erklärte Janine Klos von der Fischerei-Müritz Plau.
Alle teilnehmenden Unternehmen unter: www.jobplauamsee.de
Wohnen für Azubis: Perspektiven vor Ort schaffen
Die Wohnungsgesellschaft Plau mbH, vertreten durch die neue Geschäftsführerin Jana Maibaum, stellte nicht nur die beruflichen Möglichkeiten im Unternehmen vor, sondern nutzte die Gelegenheit, um die Wohnraumsituation für Auszubildende zu sondieren. Die von ihr an diesem Morgen gestartete Umfrage unter den Jugendlichen ergab, dass rund 80 Prozent sich vorstellen könnten, in einer Wohngemeinschaft zu leben – ein deutliches Signal für den Bedarf an gefördertem, bezahlbarem Wohnraum. Für Jana Maibaum ist das ein klarer Auftrag: „Wir wollen die Rahmenbedingungen schaffen, damit Auszubildende künftig ein Zuhause in Plau finden. Wenn möglich, werden wir die Weichen dafür stellen.“
Speed-Dating überzeugt
Dass das Format funktioniert, bestätigten sowohl Unternehmen als auch die Schüler:innen. Hannes Kallmeier von der Ganzlin Beschichtungspulver GmbH, selbst ehemaliger Auszubildender des Unternehmens, hob die Dynamik hervor: „So kommen wir viel schneller mit den Jugendlichen ins Gespräch als auf klassischen Messen.“
Auch Frank Sieland von Hawart OMV Landtechnik GmbH zeigte sich überzeugt: „Ein sehr gutes Konzept – professionell und zielorientiert.“
Für Anika Weisbrich vom Ferienpark Heidenholz liegt die Stärke vor allem in der direkten Ansprache: „Wir können den Schülerinnen und Schülern die vielen Möglichkeiten vor Ort unmittelbar aufzeigen. Vielen war gar nicht bewusst, wie vielfältig die Unternehmenslandschaft in Plau ist – nicht nur mit Blick auf Ausbildungsplätze und Karrieremöglichkeiten, sondern auch auf Ferienjobs. Danach wurde immer wieder gefragt.“
Bastian Müller, Klassenlehrer der 7b, zeigte sich zufrieden – nicht zuletzt angesichts der hohen Beteiligung trotz ÖPNV-Streiks. Mit Blick auf den Girls’ and Boys’ Day am 23. April betonte er:
„Heute konnten viele schon erste Kontakte knüpfen.“
Dass das Format bei den Jugendlichen ankam, zeigte sich in ihren Rückmeldungen: „Ich habe mit vielen Betrieben gesprochen und konnte mir danach viel besser vorstellen, welche Berufe zu mir passen“, berichtete eine Schülerin aus der 9. Klasse. Ein Schüler aus der 7. Klasse freute sich: „Wir konnten alle Fragen stellen, ohne dass es komisch war – die Firmen haben wirklich zugehört“. Ähnliche Rückmeldungen auch von Schüler:innen der 10. Klasse: „Für mich war es der letzte Anstoß, um genau herauszufinden, welcher Ausbildungsplatz wirklich zu mir passt.“ Oder: „Die kurzen Gespräche waren super, um schnell verschiedene Möglichkeiten zu vergleichen und direkt zu merken, wo die Chemie stimmt.“
Gespräche, die stark machen
Zu Beginn noch von Zurückhaltung geprägt, entwickelten sich die Runden schnell zu offenen, lebendigen Dialogen. Hemmschwellen wurden abgebaut, viele Schüler:innen blühten sichtbar auf und nutzten voller Elan die Chance, selbstbewusst Fragen zu stellen, Antworten zu reflektieren und erste konkrete Perspektiven für ihre berufliche Zukunft zu gewinnen.
Netzwerk in Bewegung – Fazit der Jobbörse
Für Initiatorin Corinna Thieme steht fest: „Diese Jobbörse war weit mehr als ein Event. Sie steht für ein starkes Netzwerk in Bewegung – zwischen Schule, Unternehmen, Stadt einschließlich der Wohnungsgesellschaft, dem Arbeitsamt, der WiFöG unseres Landkreises sowie den Fachkräften von morgen.“
Die Jobbörse brachte die Menschen persönlich zusammen – ihr digitales Pendant unter www.jobplauamsee.de bündelt alle aktuellen Ausbildungs- und Jobangebote der Region. In dieser Woche startet die Vermarktung der digitalen Jobbörse. Unternehmen, die am 27. Februar nicht teilnehmen konnten, haben jederzeit die Möglichkeit, sich über den Jobfinder noch zu registrieren und somit ihre Angebote sichtbar zu machen.
Ob real oder digital: Ein Kontakt kann alles verändern.
Jutta Sippel

